Eine Batterie mit ausreichender Kapazität und dazu passende Stromquellen gewährleisten eine optimale Stromversorgung im Reisemobil, je nach Fahrzeug und Reiseverhalten können hier jedoch unterschiedliche Komponenten empfehlenswert sein.

Autarke Stromversorgung

Ein schöner Stellplatz in der Natur, angenehme Temperaturen und ein gemütliches Lagerfeuer, schon wäre der Strom im Reisemobil reine Nebensache, aber das ist eher Wunschdenken, daher ist eine ausreichende Stromversorgung durchaus wichtig.

Batterien

Prinzipiell gilt es Starterbatterien von Aufbaubatterien zu unterscheiden. Starterbatterien sind besonders für einen hohen Anlasserstrom ausgelegt, während Aufbaubatterien (auch Zweitbatterien, Wohnraumbatterien oder Bordbatterien genannt) eher für häufige Lade-/Entladezyklen geeignet sind. Im Reisemobil kommen daher vorwiegend Aufbaubatterien zum Einsatz, welche sich nicht nur preislich, sondern auch anhand der Ladzyklen und nutzbaren Kapazität, deutlich unterscheiden.

Batterie-Typen

Die tatsächliche Kapazität (Tiefenentladung) bei Nass-, Gel- und AGM-Batterien beträgt üblicherweise 50% (+/-), benötigt man beispielsweise 50Ah, dann sollte die Batterie mindestens 100Ah haben, anders ist das bei Lithium-Ionen-Akkus (LiFePO4), die können nahezu 100% der verfügbaren Kapazität abgeben, hier genügt also ein 50Ah Akku. Beim Kauf einer Batterie sollte man auch noch beachten, dass die Batterie-Typen verschiedene Ladekennlinien (Ladeverfahren) haben und ein späterer Wechsel meist mit zusätzlichen Kosten (neue Ladegeräte) verbunden ist. Jeder Batterie-Typ hat bestimmte Vor- und Nachteile, wichtig ist nur, dass man im Wohnraum wartungsfreie Batterien verwendet, die keine Gase freisetzen!

Stromversorgung

Das eigene Reiseverhalten und der tägliche Strombedarf ist entscheidend bei die Wahl der optimalen Stromquellen.

Lichtmaschine (Generator)

Während der Fahrt wird die Starterbatterie und Bordbatterie von der Lichtmaschine aufgeladen, bei Fahrzeugen mit einem Motormanagement wird die Leistung der Lichtmaschine jedoch automatisch heruntergeregelt sobald die Starterbatterie ausreichend geladen ist, was letztlich dazu führt, dass die Bordbatterie nicht genügend Strom bekommt und somit nicht vollständig geladen wird. Abhilfe schafft hier ein Lade-Booster (Spannungsregler), welcher mit einer optimalen IUoU-Kennlinie sicher stellt, dass die Lichtmaschine immer genügend Strom zur Bordbatterie liefert bis diese vollständig geladen ist.

Stromversorgung im Reisemobil

Stromquellen und Stromerzeuger

Die Lichtmaschine funktioniert natürlich nur solange der Motor läuft, sobald das Fahrzeug für einen längeren Zeitraum stillsteht, sind andere Stromquellen, bzw. Stromerzeuger nötig! Auf speziellen Stellplätzen und Campingplätzen wird die Bordbatterie üblicherweise mit Landstrom geladen, wenn jedoch keine Steckdose zur Verfügung steht, dann kommt eigentlich nur noch eine Solaranlage, ein Stromgenerator oder eine Brennstoffzelle in Frage.

Landstrom

Die einfachste Lösung, alle Geräte und die Bordbatterie mit Strom zu versorgen, ist sicherlich der Strom aus der Steckdose. Campingplätze und ausgewiesene Parkplätze für Wohnmobile verfügen im Normalfall über spezielle Stromanschlüsse an denen ein CEE-Stecker angesteckt werden kann. Der CEE-Stecker (blauer 3poliger Stecker für 200-250V) ist zwar internationaler Standard, dennoch benötigt man für einige Länder einen passenden Adapter.

Solaranlage

Solarzellen sind eine autarke und umweltfreundliche Möglichkeit der Stromgewinnung, dennoch darf man hier nicht vergessen, dass der durchschnittliche Ertrag in unseren Breiten(graden) nicht besonders hoch ist.
Die Leistung von Solarmodulen wird in Wp (Watt Peak/Nennleistung) angegeben, da aber der Stromertrag je nach Lage, Wetter und Jahreszeit variiert ist hier der durchschnittliche Tagesertrag in Wh/d (Wattstunden pro Tag) interessant. In Deutschland rechnet man mit einem durchschnittlichen Ertrag von 4 Stunden pro Tag, benötigt man beispielsweise 40Ah pro Tag, dann rechnet man zu den Ah eine Reserve von 10% dazu, den Wert multipliziert man dann mit der Spannung (Volt) um die Wh (Wattstunden) zu erhalten, zum Schluss teilt man die Wattstunden noch durch die 4 Stunden (Tagesertrag) um die benötigte Nennleistung (Wp) zu ermitteln.

Beispiel: Tagesbedarf in Ah (40) + 10% Reserve (4) = Ah (44) x Volt (12) = Wh (528) : 4 = Wp (132)

Ich nutze eine mobile Solartasche mit Monokristallinen Solarzellen und einem MPPT-Laderegler, auch wenn das Aufstellen jedes Mal mit Arbeit verbunden ist, so finde ich doch, dass eine mobile Variante mehr Vorteile bietet. Keine aufwendige Installation, jederzeit austauschbar, effektive Ausrichtung zur Sonne, sorgloses parken im Schatten und keine Veränderung der Fahrzeughöhe. Letzteres war für mich der wichtigste Grund, damit mein Camper tiefgaragentauglich bleibt.

Stromgenerator

Stromgeneratoren sind leistungsstarke Stromerzeuger, die in jeder Situation zuverlässig Strom produzieren, allerdings verursacht der Verbrennungsmotor auch unangenehme Abgase und störenden Lärm, daher würde ich diese Art der Stromgewinnung nur in absoluten Ausnahmesituationen befürworten.
Diesel- und Gas-Aggregate werden üblicherweise fest im Fahrzeug verbaut und mit dem vorhandenen Fahrzeugtank verbunden, wohingegen Benzin-Aggregate einen separaten Tank benötigen und daher eher als mobile Lösung eingesetzt werden.

Brennstoffzelle

Für eine autarke Stromversorgung ohne Sonnenenergie oder fossile Brennstoffe sind Brennstoffzellen eine interessante Alternative. In einer Brennstoffzelle wird aus dem Sauerstoff der Umgebungsluft und einer Mischung aus Wasser und Alkohol (Methanol) nahezu lautlos Strom erzeugt, dabei entsteht, anders als bei einem Stromgenerator, lediglich Abwärme und Wasserdampf mit etwas Kohlenstoffdioxid, wofür ein extra Schlauch aus dem Fahrzeug geleitet werden muss. Sinkt der Ladezustand der Aufbaubatterie, dann wird die Batterie vollautomatisch von der Brennstoffzelle aufgeladen, eigentlich ein optimaler Stromerzeuger, wenn da nicht der hohe Anschaffungspreis und die laufenden Kosten für das Methanol wären.