Kosten

Kosten mit Stockfotos

Kosten mit Stockfotos

Fotos oder andere Medien verkaufen klingt einfach und vielversprechend, ist aber tatsächlich mit sehr viel Arbeit verbunden. Die Einnahmen für Stockfotos liegen im Cent-Bereich, umso wichtiger ist es daher auch die Kosten zu Berücksichtigen und die Gewinnschwelle, sprich den Break even, zu ermitteln.

Fotos online verkaufen

Stockagenturen / Verdienst / Fotoausrüstung

Aller Anfang ist schwer!

Wenn ich mit der Stockfotografie genug Geld verdienen könnte, dann würde ich mein Hobby zum Beruf machen und damit meine Reisen finanzieren, aber das ist Wunschdenken, daher zurück zur Realität. Es bedarf viel Zeit und Geduld bis die Einnahmen den Aufwand entschädigen und man tatsächlich von einem Gewinn reden kann. Eine passende Erfolgsformel gibt es leider nicht, da die Interessen und Schwerpunkte der Stockagenturen und Kunden sehr unterschiedlich sind. Man kann daher nicht pauschal sagen welche Medien sich am besten verkaufen oder am meisten Geld einbringen.

Was kostet mich ein Foto?

Die Arbeitszeit und alle anderen Kosten müssen entsprechend abgezogen werden, denn Stockfotos verkaufen ist ein Geschäft und als solches sollte es auch betrachtet werden! Natürlich ist fotografieren mein Hobby und von daher eine Freizeitbeschäftigung, dennoch muss ich die zusätzliche Arbeitszeit und all die anderen Kosten berücksichtigen, wenn es um den Verkauf (Gewinn) meiner Medien geht! Nachfolgend werde ich meine Arbeitsschritte für die Stockfotografie erläutern und erklären wie ich meinen Gewinn berechne.

Selektieren, kontrollieren und optimieren

Die Arbeitszeit variiert natürlich je nach Art und Menge der Fotos, um eine realistische Zeitangabe zu erhalten habe ich für diese Kalkulation 50 unterschiedliche Fotos mit Lightroom/Photoshop oder Luminar bearbeitet. Die Fotos wurden mehr oder weniger stark optimiert, ein Foto wurde freigestellt und ein Foto wurde aufwendig überbearbeitet. Das fotografieren selbst wurde nicht miteinkalkuliert, ebenso wenig der Workflow für mein privates Fotoalbum.

Durchschnittlicher Arbeitsaufwand pro Foto

5 Minuten

Fotos taggen (verschlagworten)

Die für den Verkauf selektierten Fotos müssen jetzt mit Titel, Beschreibung und Schlagwörtern versehen werden. Für den Titel verwende ich maximal 50 Zeichen und für die Beschreibung ungefähr 70 bis 150 Zeichen. Ist das geschafft, dann suche ich noch 20-40 passende Schlagwörter und ergänze die IPTC-Daten (Metadaten) mit meinen Copyright-Informationen (Name, Urheberrecht, Webseite, …). Zum verschlagworten empfehle ich Lightroom/Photoshop oder das kostenlose Programm Xpiks.

Durschnittlicher Arbeitsaufwand pro Foto

3 Minuten

Übersetzen

Eigentlich könnte man die ganzen Fotos gleich in Englisch taggen, aber ich bevorzuge eine nachträgliche Übersetzung. Einerseits ist es einfacher und andererseits kann ich die Medien bei einigen Stockanbietern in deutsch hochladen. Ein anderer Grund ist auch noch mein eigener OnlineShop, hier möchte ich keine Schlagwörter in Englisch!
Für die Übersetzung kopiere ich alle Fotos in einen zweiten Ordner, dort übersetze ich dann den Titel, die Beschreibung und die Schlagwörter mittels Copy & Paste (Kopieren & Einfügen) mit dem Übersetzer von Deepl.com. Die Übersetzungen müssen zwar kontrolliert werden, aber so geht es aus meiner Sicht am schnellsten.

Durchschnittlicher Arbeitsaufwand pro Foto

1 Minute

Hochladen (einreichen)

Die Zeit für das vorbereiten, hochladen und freischalten von Stockmedien ist je nach Stockanbieter unterschiedlich. Ich lade meine Medien bei 15 Stockagenturen hoch, daher sollte meine Zeitangabe ein sehr realistischer Durchschnittswert sein. Das hochladen im eigenen Onlineshop wird nicht berücksichtigt. Die meisten Dateien lade ich mit dem kostenlosen Programm Xpiks hoch, den Rest online auf den Webseiten der Anbieter. Die Medien für iStock (Getty Images) werden mit dem Programm DeepMeta hochgeladen.

Durchschnittlicher Arbeitsaufwand pro Foto

0,5 Minuten (1 Plattform)
2 Minuten (4 Plattformen)
7,5 Minuten (15 Plattformen)

Freischaltung

Wenn alle Fotos hochgeladen sind kommt der letzte Schritt der Arbeit und auch hier ist der Zeitaufwand bei jedem Stockanbieter unterschiedlich hoch. Bei den meisten Anbietern muss man die Fotos in eine passende Kategorien einordnen und/oder andere Einstellungen vornehmen bevor die Fotos vom Team überprüft werden, bei anderen Anbietern werden die Fotos vor den Einstellungen überprüft. Bis alle Fotos online zum Verkauf angeboten werden können einige Stunden, teilweise Tage, vergehen. Jetzt kann man nur noch abwarten und hoffen dass die eingereichten Fotos gut verkauft werden.

Durchschnittlicher Arbeitsaufwand pro Foto

0,5 Minuten (1 Plattform)
2 Minuten
(4 Plattformen)
7,5 Minuten
(15 Plattformen)

Kosten für die Arbeitszeit

Von der Selektion bis zur Freischaltung benötigte ich pro Foto ungefähr 10 Minuten, bedeutet 6 Fotos pro Stunde (60:10=6 Fotos). Für die Arbeitszeit rechne ich mit einem Stundenlohn von 40,00 Euro, somit kostet mich ein Foto 6,66 Euro (40 Euro : 6 Fotos).

Kosten bei 15 Plattformen
Da ich meine Fotos bei 15 Stockagenturen anbiete erhöht sich meine Arbeitszeit von 10 auf 24 Minuten, bedeutet 2,5 Fotos pro Stunde (60:24=2,5 Fotos), somit kostet mich ein Foto 16,00 Euro (40 Euro : 2,5 Fotos).

Viele Stockagenturen generieren sehr geringe Umsätze, daher würde ich nicht mehr als 4 Plattformen empfehlen. Das wäre dann eine Arbeitszeit von 13 Minuten, bedeutet 4,6 Fotos pro Stunde (60:13=4,6 Fotos), somit kostet ein Foto 8,70 Euro (40 Euro : 4,6 Fotos).

Der tatsächliche Gewinn

Jetzt wird es interessant, was verdiene ich tatsächlich und ab wann kann ich von einem Gewinn reden? Auch hier kann ich nur meine eigene Erfahrung und persönliche Sichtweise schildern, daher folgende Erläuterung: Ich gehe davon aus, dass ich in Zukunft 30 Fotos pro Monat hochlade, das sind abgerundet 350 Fotos im Jahr, zusätzlich kalkuliere ich noch 1.000 Euro pro Jahr für meine Fotoausrüstung (Zubehör, Objektiv, Kamera, …) und andere Kosten mit ein, das wären dann anteilig auf 350 Fotos rund 2,86 Euro an zusätzlichen Kosten pro Foto. Da ich davon auch einen privaten Nutzen habe halbiere ich diese Kosten, das sind dann zusätzliche 1,43 Euro pro Foto. Ich muss also mindestens 17,43 Euro (Kosten bei 15 Plattformen + 1,43 Euro) pro Foto einnehmen bevor ich überhaupt von einem Gewinn reden kann! Wie oft muss ich ein Foto verkaufen bis ich einen Gewinn erziele? Break even (Gewinnschwelle) = Kosten : Einnahmen.

Mein Ergebnis nach 6 Monaten:
Kosten pro Foto: 17,43 Euro
Einnahmen pro Foto: 0,442 Euro
Break even: 39 Verkäufe

Mein Ergebnis nach 12 Monaten:
Kosten pro Foto: 17,43 Euro
Einnahmen pro Foto: 0,519 Euro
Break even: 34 Verkäufe

Mein Ergebnis nach 24 Monaten:
Kosten pro Foto: 17,43 Euro
Einnahmen pro Foto: 0,618 Euro
Break even: 28 Verkäufe

Lohnt sich der Verkauf von Stockfotos?

Hauptberuflich (Hauptverdienst)

Nein

Nebenberuflich (Nebenverdienst)

Ja

Vergleicht man die Kosten mit den Einnahmen, dann ist die Stockfotografie, aus unternehmerischer Sicht, nicht unbedingt eine lukrative Art um Geld zu verdienen. Das ganze relativiert sich natürlich mit der Zeit, da die Einnahmen über mehrere Jahre generiert werden können. Neben der Stockfotografie werden sich vielleicht auch noch andere Möglichkeiten und Chancen ergeben, ebenso wird mit der Zeit auch der eine oder andere Verkaufsschlager dabei sein, welcher die durchschnittlichen Einnahmen entsprechend erhöht. Um letztlich die Kosten auf das ganze Portfolio umlegen zu können ist der Umsatz pro Bild, auch RPI (Revenue per Image) interessant. Mein RPI und Verdienst.

Models, Mieten, Equipment, Fotogenehmigungen und/oder andere Aufwendungen sind in dieser Kalkulation zwar nicht enthalten, aber ich denke die Endsumme dürfte annähernd gleich bleiben, da man üblicherweise mit seltenen und hochwertigeren Fotos oder Fotos mit Models auch bessere und höhere Verkaufszahlen erzielt. Diese Diskussion überlasse ich den Profis, ich für meinen Teil bleibe bei der einfachen und schönen Variante, der Reisefotografie.

Fazit

Ich finde die einzelnen Arbeitsschritte sollten gewissenhaft und konsequent gemacht werden, auch wenn das mit sehr viel Zeit verbunden ist. Meine Kalkulation könnte natürlich in vielerlei Hinsicht anders berechnet oder ausgelegt werden, dennoch hoffe ich, dass es eine verständliche und praxisorientierte Berechnung ist, aus der jeder seine eigenen Schlüsse ziehen kann. Ob Stockfotografie letztlich lohnenswert ist muss jeder für sich selbst entscheiden!

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