Die Camper-Möbel einfach selbst bauen, mit einer vernünftigen Planung, etwas handwerklichen Geschick und einer Portion Ehrgeiz sicherlich kein allzu großes Problem, man sollte nur den Aufwand und die damit verbundenen Kosten nicht unterschätzen. Soll die Einrichtung nach eigenen Vorstellungen angefertigt werden, dann ist ein Selbstausbau sicherlich die beste und günstigste Wahl.

Für Camper-Möbel kann man natürlich verschiedene Werkstoffe verwenden, wobei jeder Werkstoff individuelle Vor- und Nachteile mit sich bringt. Ich persönlich kann mit Metall oder Kunststoff wenig anfangen, daher habe ich mich für Holz entschieden.

Planung der Möbel

Bei der Planung geht es nicht darum einen millimetergenauen Plan zu zeichnen, was Anhand der vielen Ecken, Rundungen und Aussparungen ohnehin viel zu kompliziert wäre, sondern darum eine möglichst genaue Vorstellung zu haben wie der fertige Camper am Ende aussehen sollte. Mit aussehen ist hier nicht die Optik der Möbel gemeint, sondern die gewünschte Raumaufteilung, Ausstattung und Funktionalität.
Für den Bau der Möbel genügt eigentlich eine ordentliche Skizze mit den wichtigsten Maßangaben. Bei den Maßen sollte aber nicht der Stauraum für den Kleinkram im Vordergrund stehen, sondern die Abmessungen der verwendeten Gegenstände (Kühlschrank, Wassertank etc.). Wenn möglich immer und überall ein paar Millimeter oder Zentimeter mehr einplanen!

Update: Das vorhandene Kühlschrank-Modul habe ich nachträglich noch etwas höher gemacht, somit habe ich jetzt eine praktische Schublade über dem Kühlschrank und etwas mehr Platz für die Elektrik hinter dem Fahrersitz.

Skizze für den geplanten DIY Camper Ausbau

Meine Möbel-Module

Mein Ausbau besteht aus 3 festen Modulen, welche ich jederzeit einzeln oder komplett aus- und einbauen kann, sowie aus zwei flexibel positionierbaren Hockern mit Stauraum und einen ebenso flexibel positionierbaren Tisch mit Stauraum. Die Tischplatten werden Nachts als Lattenrost verwendet. Rechts ober dem Bettkasten habe ich noch ein Regal mit drei schmalen Ablagen.
Als Bodenplatte habe ich jeweils eine 12mm Siebdruckplatte verwendet, der Korpus selbst besteht aus 15mm Multiplexplatten. Ich habe mich bewusst für Birkenplatten entschieden, da diese leichter als Buche und stabiler als Pappel sind. Das ist natürlich nicht die leichteste Bauweise, denn mit allen Materialien (Platten, Leisten, Schrauben, Beschlägen etc.) komme ich auf ein Gesamtgewicht von ca. 220Kg, aber ich denke das ist durchaus verschmerzbar.

Möbelbau

Ich möchte noch ein paar Worte zum Bau meiner Möbel verlieren, da ich hier eine etwas ungewöhnliche Methode angewendet habe! Holzmöbel werden üblicherweise mit Holzdübel, Leim und Schrauben zusammengebaut, so habe ich es eigentlich auch gemacht, nur dass ich statt Holzleim vorwiegend mit Silikon gearbeitet habe. Der Grund ist, dass Möbel im Camper teilweise extremen Spannungen ausgesetzt sind, sei es durch Offroadfahrten, Schlaglöcher oder Bremsmanöver, um nur einige Beispiele zu nennen, was wiederum den Holzverbindungen nicht unbedingt gefallen dürfte. Leim ist nicht flexibel, eine elastische Verklebung mit Silikon dürfte das Risiko minimieren, dass eine Verbindung bricht, ausreißt oder instabil wird. Schaden kann es sicherlich nicht. Leim habe ich nur bei den Holzleisten verwendet, die Airlineschienen wurden mit Montagekleber fixiert und verschraubt.

Lackierung

Die unangenehmen Lackierarbeiten hätte ich mir natürlich sparen können, wenn ich beschichtete Multiplex-Platten verwendet hätte, aber die sind nicht nur teurer, sondern auch schwieriger zu verarbeiten, denn bei Naturholzplatten kann man Löcher, Kratzer und Dellen einfach mit Holzspachtel ausbessern und die Kanten beliebig stark abrunden.
Für die Lackierung habe ich einen hochwertigen Acryllack auf Wasserbasis verwendet, der ist nicht nur geruchlos, sondern auch relativ einfach zu verarbeiten. Die Möbel habe ich innen und außen grundiert und insgesamt fünfmal, jeweils mit entsprechenden Zwischenschliff, lackiert. Keine schöne Arbeit aber mit 5 Lackschichten sollte die Oberfläche einiges aushalten.

Ausgaben für die Camper-Möbel

Siebdruckplatten 12mm2,4m²72,50Amazon eBay
Multiplexplatten Birke 15mm21m²703,55 Amazon eBay
Leimholzlatten und Holzleisten22 Stück111,44 Amazon eBay
Holzleim Wasserfest1 Dose9,70 Amazon eBay
Holzspachtel2 Tuben11,28AmazoneBay
Sternengriff M66 Stück11,22AmazoneBay
Gewindestange M61 Meter8,99AmazoneBay
Sanitärsilikon1 Kartusche6,90 Amazon eBay
UHU Montagekleber1 Kartusche9,95AmazoneBay
Schrauben 3,5×40400 Stück9,20 Amazon eBay
Schrauben 3,5×25200 Stück3,40 Amazon eBay
Schrauben 3,5×16150 Stück8,67 Amazon eBay
Sechskantschrauben M54 Stück5,68 Amazon eBay
Magnetschnäpper10 Stück12,64AmazoneBay
Edelstahl Federriegel für Tisch2 Stück12,13AmazoneBay
Hohlraumanker Stahl M410 Stück5,66AmazoneBay
Gummimuttern Neoprene M410 Stück9,12AmazoneBay
Klapptischbeschlag (Häfele)4 Stück24,48AmazoneBay
Schubladen-Vollauszug 65cm 45Kg1 Paar17,58AmazoneBay
Schubladen-Vollauszug 55cm 45Kg1 Paar23,75AmazoneBay
Regalhalter/Winkel 40x22cm2 Stück22,88 Amazon eBay
Aufschraubscharniere20 Stück52,06 Amazon eBay
Edelstahl Tür-Scharniere1 Paar6,42 Amazon eBay
Alu Winkelprofile 35x10x2mm5 Stück44,04 Amazon eBay
Airlineschienen 2 Meter4 Stück77,90 Amazon eBay
Nutensteine für Airlineschienen9 Stück28,80 Amazon eBay
Malerabdeckfolie2 Rollen7,75Amazon eBay
Acryl Multigrund 750ml2,25 Liter38,85 Amazon eBay
Acryl PU Lack 750ml8,25 Liter188,45 Amazon eBay
Schleifpapier4 Rollen12,44AmazoneBay
Flachpinsel6 Stück23,85 Amazon eBay
Lackierwalzen10 Stück24,75 Amazon eBay
Lackierwanne4 Stück7,20 Amazon eBay

Gesamtkosten: 1.613,23 Euro

< Ausbaukosten im Überblick

Ein VW T6 mit kurzem Radstand bietet natürlich nicht besonders viel Fläche, aber ich glaube dass ich den verfügbaren Platz optimal ausnutzen konnte. Mein Camper wird eigentlich nur zum fahren und schlafen genutzt, insofern ist der vorhandene Wohnraum für meine Bedürfnisse vollkommen ausreichend.